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Veränderung, die dem Leben dient

Wenn wir im Heldenprinzip von der Notwendigkeit einer Veränderung sprechen ist es uns immer auch wichtig zu klären, in welche Veränderungsprozesse diese konkrete Notwendigkeit eingebettet ist. Jemanden auf eine abschüssige Rampe zu setzen und Rollen unterzuschieben mit Hinweisen zur Notwendigkeit der Veränderung seiner Lage wäre zynisch, das Gegenteil von gerecht. Im Heldenprinzip geht es nicht um Gewinner und Verlierer, sondern um das Finden und Freisetzen jener schöpferischen Kräfte, die uns allen letztlich gehören und so auch zugute kommen werden. Deshalb möchte ich auf einen neuen Artikel von Volker Angres, einem ZDF Journalisten, aufmerksam machen. Darin wird deutlich, welche drängenden Heldenreisen auf uns alle warten:

"Mehr als 24 Milliarden Tonnen fruchtbarer Erde gehen jedes Jahr durch Erosion verloren. Gleichzeitig nimmt die Weltbevölkerung zu. Folge: Seit den 1950er Jahren ist die pro Kopf-Fläche an fruchtbarem Boden um 50 Prozent gesunken. Viehzucht nutzt den größten Flächenanteil. Nicht für die Tiere, sondern für den Anbau von Futterpflanzen: Weltweit sind es 33 Prozent, in der EU landen sogar 60 Prozent des Getreides in den Futtertrögen. Dabei sieht die Kalorienbilanz katastrophal aus: Für 100 Kalorien aus Nutzpflanzen, die im Tierorganismus landen, gibt es nur maximal 30 Kalorien als Fleisch zurück, oft viel weniger. Flächenverschwendung pur."

Dass unser westliches Konsumverhalten mit dem Klimawandel zusammenhängt und so auch mit Massenfluchten wie gerade jetzt über das Mittelmeer mit hunderten von Toten ist vielleicht nicht jedem bewusst. Es sollte aber bewusst werden, denn hier können wir ganz individuell Veränderungen bewirken. Angres schreibt:

"Zu alldem kommen die Effekte des Klimawandels. Da, wo es schon vorher trocken war und die Bauern sehnsüchtig auf die nächste Regenzeit warteten, ist es nun noch trockener, der Regen kommt später und spärlicher. Wenn nichts geschieht, dann wandern die Menschen ab und werden zu Umweltflüchtlingen. Zusammen mit ein paar Tausend politischen Flüchtlingen stehen sie dann plötzlich irgendwo an der Nordküste Afrikas und warten auf den Transfer nach Lampedusa. Nachhaltige Bodenpolitik löst so auch ein stückweit die Flüchtlingsproblematik.

Etwa so, wie Johannes Schoeneberger von der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) seit vielen Jahren Kleinbauern in Äthiopien berät und unterstützt. Sein Konzept ist einfach: Das traditionelle Wissen der Bauern ist das Fundament. Hinzukommen Erfahrungen und Ideen des GIZ-Mannes. So wird beispielsweise unwegsames Gelände zu Äckern terrassiert. Die Anlage von Wassersammel- und -verteilsystemen verdoppelt oder verdreifacht sogar die Erntemengen, weil die Pflanzen dann auch in der Trockenzeit bewässert werden können. Viel wäre geholfen, wenn die Kleinbauern endlich eigene Landrechte bekämen und in Eigenverantwortung ihr Land bestellen könnten. Ein Ansatz, der viel zu leise globalpolitisch diskutiert und eingefordert wird."

In Menschen wie Johannes Schoenenberger sehen wir Helden, die dem Wozu des Lebens dienen, nicht dem privaten Profit. Und jeder der Kleinbauern ist es auch.

Zur ZDF-Website von planet e